Tipps auf Reisen

Informationen und viele hilfreiche Tipps von Betroffenen rund um das Thema "Reisen mit ALS"


Reise-Erfahrungsberichte

Fliegen mit E Rolli
Schon als es noch gar nicht aktuell war, haben wir aufmerksam beobachtet, wie Menschen im Rollstuhl am Flughafen befördert wurden. Als es dann aktuell war, merkten wir, dass es einfacher geht als vermutet.

Wenn man mit Rollstuhl und erst recht mit einem E-Rolli fliegen will, ist es das Wichtigste, die Fluggesellschaft rechtzeitig darüber zu informieren. Meistens gibt es spezielle Rufnummern, bei Condor z.B. heißt sie "Sonderreservierungen". Auch wenn man über ein Reisebüro bucht, würde ich dies nicht dem Reisebüro überlassen, sondern selber dort anrufen. Notiert euch vorher die Maße und Gewichte der Rollstühle oder sonstigen Hilfsmittel, die mit müssen. Und keine Angst: es geht viel! Wir sind schon einmal mit E-Rolli, Faltrolli, Duschstuhl und 20 kg medizinischem Übergepäck geflogen, ohne dafür einen Euro zu bezahlen.

Bei dem medizinischen Übergepäck wird meistens gefragt, was das ist. Ich fange dann immer mit dem Ladegerät an und zähle dann noch einige Verbrauchsartikel auf. Beim E-Rolli kommt dann meistens noch die Frage nach der Batterie. Heute dürften die meisten Trockenbatterien haben - die sind problemlos. Ganz wichtig ist auch, einen Rollstuhlservice dazu zu buchen. Dies ist auch kostenlos. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten: 1. kann keine weite Strecken laufen 2. kann auch keine Treppen gehen aber noch im Flugzeug 3. muss bis zum Sitz gefahren werden.

Mit das Schwierigste ist dann der Weg zum Flughafen, und von dort dann zur Unterkunft. Hier brauch man dann ja entsprechend Fahrzeuge, in die ja nicht nur der Rolli, sondern auch das ganze Gepäck passen muss. Auch am Urlaubsort muss das vorgeplant werden. Hier kann die örtliche Reiseleitung oder der Vermieter behilflich sein. Auch im Internet gibt es Flughafentaxis, die man vorbuchen kann.

Jetzt geht's los.

Den Parkausweis nicht vergessen, damit kann man am Flughafen meistens direkt vorfahren und parken (wenn man noch keinen hat, sind die Politessen aber doch meist tolerant, wenn man mit dem Rolli ankommt). Nun muss alles vom Auto zum Schalter geschafft werden. Gut, wenn da noch der Autofahrer hilft. Der E-Rolli muss jetzt noch flugtauglich gemacht werden. Das heißt: Kopfstütze ab, denn er darf nur 120 cm hoch sein (Platz im Koffer freilassen), Batterie abklemmen (bedeutet: den Hauptschalter an der Batterie ausschalten; wenn dann noch mal nachgefragt wird, zeige ich immer am Bedienpult, dass er sich nicht mehr einschalten lässt) und die Bremsen aufmachen. Beim einchecken wird dann der Rollstuhlservice gerufen. Da der E-Rolli hier auch schon aufgegeben wird, braucht man entweder noch seinen eigenen Faltrolli, oder der Service bringt einen vom Flughafen mit. Mit dem Mitarbeiter geht es dann zum Flugzeug (wenn man noch Zeit hat, kann man aber auch verabreden, dass man erst z.B. in einer Stunde an einem bestimmten Punkt abgeholt wird).

Jetzt muss man sich keine Gedanken mehr machen wohin, denn der Mitarbeiter weiss Bescheid und hat auch eventuell nötige Schlüssel für Aufzüge. Falls erforderlich, jetzt noch mal WC aufsuchen, geht besser als im Flugzeug. Zum Flugzeug geht's dann entweder über den Finger, oder man wird mit einem Spezialfahrzeug hochgehoben. Man darf als erster ins Flugzeug, die anderen müssen warten, bis man in seinem Sitz ist. Mit dem Rolli geht es bis an die Flugzeugtür, von da an kann die Begleitperson bis an den Sitz helfen oder man wird mit einem Spezialrollstuhl bis an den Sitz gefahren. Es ist gut, die Sitznummer im Kopf zu haben. Ich sage sie den Stewardessen immer gleich, und während ich meine Frau dorthin begleite, tragen sie mein Handgepäck hin. Falls man seinen eigenen Rolli hat, kommt der dann unten rein (Achtung: nichts in den Taschen lassen, das fällt raus!). Das Sitzkissen nimmt man mit zum Sitz.

Wenn man während des Fluges die Toilette aufsuchen muss, kann man den Stewardessen einfach Bescheid sagen. Es gibt zwar keine BehindertenWC, aber fast immer eine Toilette, bei der der Patz davor mit Vorhängen verschlossen werden kann. So kann man die WC-Tür offen lassen und die Begleitperson hat Platz zum helfen.

Nach der Landung steigt man als Letzter aus, und dann wartet schon jemand mit dem Rolli an der Tür und es läuft alles umgekehrt wie beim Abflug. Am Schalter für Sondergepäck gibt es dann den E-Rolli wieder. Meistens begleiten die vom Rolli-Service einen bis ans Auto.

Ein großes Dankeschön an unsere Mitglieder Ulrike & Wolfgang Wirth für diesen Beitrag


 

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