Tipps zur Nahrungsergänzung

sowie gesunder Ernährung bei ALS 

Tipps vorab:

Alle Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine können, wenn sie nicht mehr oral aufgenommen werden können, mit einem Mixer püriert oder - wie z.B. Tabletten - mit einem Medikamentenmörser zerkleinert werden und mit ausreichend Flüssigkeit (Tablettenpulver) in die Magensonde gegeben werden. 

Allgemein sollte beim Essen auf Ruhe geachtet und sich nur darauf konzentriert werden. Ebenso ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.

Am besten immer auf Angebote achten oder gleich Großpackungen kaufen. "Aufgrund zehrender Krankheit/Allergien" kann beim Sozialamt ein Antrag gestellt werden und 10 - 20 % Mehrbedarf geltend machen. Von Vorteil ist dafür Untergewicht (vom Arzt bestätigen lassen).


ALS ist häufig mit Proteinmangel verbunden. Den Wert, GESE, kann man als Gesamteiweiß im Blut messen lassen. 

  • Da Casein als potentieller Auslöser für viele neurologische Krankheiten gilt, ist Milch (da besteht das Protein zu 80 % aus Casein) nur nach dem Testen zu empfehlen. Übrig bleibt das Whey Protein. Ein Produkt (inzwischen bei über 10 Personen mit ALS positiv getestet) ist das Gold Whey von WeiderStatt Milch kann man Kokosmilch (z.B. Aroy-D Kokosnussmilch, Fettgehalt: ca. 17%) nehmen. Es hat ca. 18 % sehr gesundes Fett, welches direkt in Energie verwandelt wird.  Erhältlich z. B. hier, sollte im Supermarkt aber günstiger sein.
  • Kolostrum (Milch der ersten 24 Stunden, in denen noch kein Immunsystem gebildet worden ist). Erhältlich z.B. hier. 10 Gramm täglich, auf 3 Portionen verteilt.
  • Vitaminmischung, erhältlich z.B. hier.
  • Mineralstoffe & Spurenelemente der Sango Koralle - Sango Koralle Pulver, erhältlich z.B. hier.
  • MTC Mittelkettige Triglyceride (MCT) kommen aus einer speziellen Klasse der Fettsäuren, die der Körper auf ähnliche Weise verarbeitet wie Kohlenhydrate. Erhältlich z.B. hier.
  • Wachsmaisstärke (WMS) ist ein komplexes, langkettiges, hochmolekulares, zucker- und laktosefreies Kohlenhydrat und kann den Magen-Darm-Trakt daher schneller passieren. Das beugt Magenproblemen wie Magenkrämpfen oder Blähungen vor. Erhältlich z.B. hier.
     

Dosierungen allgemein:

Bei Protein, Wachsmaisstärke + MTC, mit ca. 20 Gramm je anfangen und austesten,  wieviel der Patient schafft davon. Mehr als 25 Gramm reines Protein (ca. 30 Gramm Pulver) auf einmal ist jedoch nicht gut, besser nach 2 – 3 Stunden die nächste Portion im Mixer zubereiten.

 

  • Weitere, höchst wertvolle Nahrungsergänzungstipps bei ALS (Vitamin E, Alpha-Liponsäure, Kreatin L-Carnitin, Vitamin B1 + B2 + B3, B12, u.a.) und deren positive Auswirkung auf den gesamten Körper finden Sie in diesem PDF zum Download (135 KB).
  • Mandel-, Cashew-, und Erdnussbutter (unbedingt das Feine ohne Stücke nehmen). 1-3 Teelöffel mit Joghurt gut mischen, dabei kann man leicht fermentiertes Kakaopulver hinzugeben (1-2 Teelöffel), ist dann leichter verdaulich. Z.B. rohes Kakaopulver aus Peru, Rohkostqualität: verarbeitet unter 42 °C Antioxidantbombe. Erhältlich z.B. hier.
  • 5-http hebt den Serontoninspiegel, ist für gute Laune verantwortlich, ebenso für die Überlebenszeit bei ALS.  Trotz hoher Bekömmlichkeit sollte man bei 25 kg langsam die Menge steigern, da der Magen und Darm das Arbeiten nicht mehr gewohnt ist. Die Pillen kann man öffnen und in den Proteindrink geben. Falls dieser zu flüssig ist, kann ein Verdickungsmittel beigegeben werden. 
  • Auch Vitamin D-Mangel wird in unseren Gefilden häufig festgestellt. Bei einem ALS-Patienten, der nur noch selten an die frische Luft und unter Sonneneinstrahlung kommt, umso mehr! Laut Deanna Protocol sollten 7.500 IU genommen werden, jedoch wird die Dosierung je nach Messwert angepasst. Vitamin D ist u.a. ein natürliches Antidepressivum, stärkt die Darmflora und fördert die Knochengesundheit.
  • Goji-Beeren sind wahre Wunderfrüchte: sie decken den Eisenbedarf, stärken das Immunsystem, bauen die Darmflora auf und wirken hervorragend als Antioxidantien. 
  • Auch Melatonin, ebenfalls ein sehr gutes Antioxidans und zugleich als schlafförderndes und antidepressives Mittel, wird in einer Dosis von 300mg empfohlen. Hierzu folgender Auszug : " Die Amyotrophe Lateralsklerose gilt als nicht heilbar. Dennoch: Hat die Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut Göttingen bereits 2003 eine Studie veröffentlicht, wonach die Überlebenszeit von ALS-Patienten im Durchschnitt um bis zu 70 % durch Anwendung von Melatonin in einer Dosierung von 300 mg pro Suppositorium gesteigert werden konnte. Zugleich ist durch mehrere andere und eine ausführliche englische Studie belegt, dass Oxidativer Stress bei dieser Erkrankung eine wesentliche Rolle spielt. (Mark R. Cookson and Pamela J. Shaw. "Oxidative Stress and Motor Neurone Disease". Brain Pathology 9: 165-186; 1999) Da eine ernstzunehmende schulmedizinische Therapie – Rilutek führt statistisch gesehen bei einem monatlichen Kostenaufwand von ca. 500 Euro (!) zu einer Lebenszeitverlängerung von ca. 6 bis max. 12 Wochen (!) – nicht besteht, ist die hochdosierte Anwendung von Melatonin und anderen Antioxidantien, mitunter auch von Lipostabilinfusionen nach Patricia Kane sehr hilfreich und kann die Progredienz verlangsamen und das Überleben wesentlich verlängern. In Einzelfällen wurde sogar ein weitgehender Stillstand der Erkrankung beobachtet." (nachzulesen hier)
  • Schon bei der MS hat sich der EGCg-Wirkstoff im grünen Tee nachweislich als positiv erwiesen. Da er abgelagerte Eiweiße abspült, kann auch bei der ALS von einer positiven Wirkung ausgegangen werden. Allerdings sollte hier vorab der VEGF-Wert (Vascular Endothelial Growth Factor) im Blut getestet werden, da dieser bei der ALS für gewöhnlich zu niedrig ist und durch den EGCg-Wirkstoff noch weiter sinken kann. Grüner-Tee-Extrakt-Tabletten gibt es höher dosiert z.B. hier oder in der Apotheke zu kaufen (Auch bei der Firma Nutrabio aus den USA findet man bei größeren Mengen gute Angebote).

    Die hochdosierte Einnahme in Form von Kapseln sollte jedoch unter ärztlicher Überwachung und in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Aus einer Studie an der Charite in Berlin geht hervor, dass es bei manchen Menschen, die länger eine hochdosierte Form des EGCg-Wirkstoffes eingenommen haben, zu irreversiblen Leberschäden gekommen ist.  Grüner Tee ist jedoch unbedenklich, und kann täglich und in großer Menge zu sich genommen werden, da hier der EGCg-Wirkstoff nicht so hochdosiert vorkommt.

Diejenigen, die Arme oder Beine noch bewegen können, sollten individuell austesten lassen, was ihnen nutzt. 

Unter alleliebenschmidt.de kann man hier noch einiges Weitere über gesunde Ernährung & Nahrungsergänzung bei ALS nachlesen, selbst ausprobiert von Bruno Schmidt.

Ein großes Dankeschön an "Dee Jayals" für diesen Beitrag und viele weitere Tipps und Hinweise auf dieser Seite :)

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