... Augenproblemen?

Augentrockenheit, Hornhautreizungen, Augenentzündungen, eingeschränkter Lidmuskel

 

Augentrockenheit

Die meisten ALS-Erkrankten sind in hohem Maße abhängig von der Funktionalität ihrer Augen, da sie sich nur noch mittels Eye tracking über den Sprachcomputer ihrer Außenwelt mitteilen können. 

Im fortgeschrittenen Stadium der ALS kann es zu unterschiedlichen Augenreizungen kommen, wenn der Lidmuskel nicht mehr richtig funktioniert, und die Augen durch den automatischen Lidschlag nicht mehr ausreichend benetzt werden. Vor allem nachts, wenn das Augenlid eventuell nicht mehr vollständig geschlossen werden kann, müssen die Augen künstlich befeuchtet werden.

Hier können Tränenersatzmittel gute Abhilfe leisten. Aus eigener Erfahrung können wir z.B. Augentropfen wie Artelac® Splash MDO® oder HYLO®-PROTECT empfehlen. Diese werden mehrmals am Tag und in der Nacht je nach Bedarf in beide Augen gegeben. Länger als Tropfen halten Gels oder Salben wie zum Beispiel Vismed® Augengel oder VitA-POS® Augensalbe. Sie garantieren eine besonders nachhaltige Benetzung, sodass nicht so oft nachgegeben werden muss, was besonders nachts von Vorteil ist. Der Nachteil an den Salben ist, dass sich über das Auge erst einmal ein schlieriger Film legt, und der Betroffene nicht so gut sehen kann.

Wenn die Augen länger verklebt sind, kann sie mit NaCL 0,9 % gespült werden, da dies der Tränenflüssigkeit am nächsten kommt.

Vor dem Einschlafen kann zusätzlich zum Schutz vor Austrocknung der Augen ein selbstklebender UHRGLASVERBAND angelegt werden.

Augenentzündungen / Hornhautreizungen

Kommt es durch eine längere Augentrockenheit doch einmal zu Bindehautentzündungen, sollte zu Augenmitteln mit leichten Antibiotika gegriffen werden, damit die Beschwerden schnellstmöglich abklingen, und die Augen wieder voll einsatzfähig sind. Hier tragen Augensalben wie Floxal hervorragend zur schnellen Linderung bei. Bei Lidreizungen oder frischen Hornhautwunden, die nicht durch Erreger entstanden sind, hilft Posiformin® 2% AugensalbeBei hartnäckigen Problemen können jedoch nur Mittel wie DEXA-SINE®-Augentropfen mit Kortison helfen.

Bei Hornhautreizungen sollte auf Antibiotika verzichtet werden, da diese u.U. die Beschwerden noch verschlimmern.

In jedem Falle sollte ein Augenarzt zu rate gezogen werden, um weitere Augenprobleme auszuschließen und chronischen Erkrankungen frühzeitig vorzubeugen.  Vor allem ein Hornhautgeschwür kann zu langwierigen Komplikationen führen.

Augenärzte raten zudem, immer mit Ophtiolen mit 0,5 ml Inhalt zu arbeiten, da diese am hygienischsten sind.

Wenn es keine Ophtiolen von einem Augenmittel gibt, sollte für jedes Auge einzeln ein Fläschchen benutzt werden, damit eine gegenseitige Ansteckung der Augen durch Keime und Bakterien vermieden wird. Man sollte in jedem Fall immer darauf achten, dass man mit der Flasche oder Ophtiole nicht das Auge berührt, sondern das Mittel mit ausreichendem Abstand ins Auge tropft.

Eingeschränkter Lidmuskel

Wenn der Patient die Augen nicht mehr selbständig geöffnet halten kann, kann als Hilfsmittel die sogenannte Ptosis-Brille zur Anwendung kommen. Feine Metallbügel an der Innenseite des Brillenrahmens halten die Augenlider im geöffneten Zustand. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die individuelle Anfertigung bei einem Optiker Ihres Vertrauens.

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