... Mundtrockenheit & Zungenbelag?

 

Mundhygiene

Bei tracheotomierten ALS-Patienten ist eine intensive Mundhygiene überaus wichtig.
Die antibakterielle Wirkung des Speichelflusses in der Mundflora eines Patienten mit Tracheostoma ist nicht mehr vorhanden, wodurch sich schneller Keime und Bakterien ansiedeln können. Diese ziehen u.a. nicht nur üblen Geruch nach sich, sondern können im schlimmsten Falle auch lebensbedrohliche Lungenentzündungen günstig beeinflussen.

Ein tägliches, gründliches Zähneputzen ist daher natürlich besonders wichtig. Bei manchen ALS-Patienten gibt es hierbei einige Schwierigkeiten, die sich z.B. in unkontrollierten Beißkrämpfen äußern und das Reinigen der Zähne sehr erschweren. Hier können spezielle Mundkeile für Abhilfe sorgen. 

Wenn der Patient dennoch leichte Kaubewegungen macht und der Keil dadurch verrutscht, kann auch - als Geheimtipp - ein einfacher Radiergummi oder ein Gummikorken helfen, den man zwischen die Backenzähne auf eine Seite schiebt, und dann in aller Ruhe die andere Zahnreihe gründlich putzen kann. 

Was tun bei Zungen- und / oder Gaumenbelag? 

Das tägliche Reinigen des Zungenbelages ist genauso wichtig wie mehrfaches Zähneputzen. Dazu gibt es in den meisten Drogeriemärkten spezielle Zungenschaber, die hartnäckige Partikel gezielt entfernen. 

Aber auch Cola kann den Belag auf der Zunge gut lösen. Hierzu mit einem speziellen Mundpflegestäbchen einfach die Cola gut verteilen... vorausgesetzt, der Patient mag Cola!

Ebenso wirkt kolloidales Silber antibakteriell: es desinfiziert, normalisiert den Speichel und wirkt Wunder gegen Viren und Keime.

Am Gaumen können sich ebenso unangenehme Borken bilden, die mit der Zahnbürste und ein wenig Tee aber gut und gründlich entfernt werden können.


Gegen Mund- und Lippentrockenheit können die wattierten oder mit Schaumstoffkopf bestückten Pflegestäbchen ebenso sehr gut zum Einsatz kommen. Sie sind mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Zitrone, Minze, Johannesbeere oder aber auch neutral in jeder Apotheke erhältlich. Sie entfernen in wenigen Minuten nicht nur Bakterien, sondern erfrischen auch den Mund und befeuchten Zunge, Zahnfleisch und Lippen des Patienten.

z.B. MS M2000 - Mundpflegestäbchen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen

Solange das Saugen und Schlucken noch einwandfrei funktioniert, können auch sogenannte Obstsauger Linderung bei Mundtrockenheit bringen. Ein gefahrloses Lutschen und Saugen an frischen Obst- und Gemüsestücken wird durch das Lutschsäckchen aus hygienischem Nylon gewährleistet.

Bei Mundtrockenheit können auch Mundsprays wie Glandosane® oder SALIVA Natura Pumpspray aus der Apotheke Abhilfe schaffen, die den mangelnden Speichel ersetzen.

Ein weiteres, hervorragend wirkendes Hausmittel bei Mundtrockenheit sind Eiswürfel. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt, man kann eigentlich alles einfrieren, was dem Patienten beliebt: Säfte oder sogar Wein und Bier, aber auch ganze Obststückchen wie Ananas oder Orange!

Auch können Kompressen in Kamillentee oder andere Wunschgetränke getaucht und mittels einer Pinzette der Mund damit gründlich gereinigt werden. Zum Spülen wird Kamillosan aus der Apotheke empfohlen.

Bei trockenen Lippen hilft der gute, alte Labello oder aber Bepanthen-Salbe. Die Lippen können aber auch mit Kokosöl dünn eingeschmiert werden, welches zusätzlich Bakterien und Pilze von der Mundflora fernhält.

Wenn der Patient den Mund nicht mehr richtig schließen kann und somit die Probleme von Mundtrockenheit vor allen Dingen nachts auftreten, kann mit einem Verband der Unterkiefer so fixiert werden, dass der Mund weitestgehend geschlossen bleibt und die Schleimhäute nicht austrocknen können.

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